Pilgerbericht 2005

Am Christi-Himmelfahrtstag, dem 5. Mai 2005, begann die Wallfahrt der Schwalmtaler Trierpilger mit der Messe um 5.30 Uhr in St. Michael. Der Dom war gut gefüllt mit Wallfahrern, Familienmitgliedern und Freunden. Zum ersten Mal machte sich in diesem Jahr eine Gruppe als Fahrradjugendwallfahrt auf den Weg zum Apostelgrab. Wir begleiteten die Fußpilger bis zum Kreuz am Zoppenberg. Dort verabschiedeten wir uns von den Fußpilgern und den Schwalmtalern, die uns bis hierher gefolgt waren und fuhren durch Wald und Feld in Richtung Wegberg. Auf den Rädern saßen Gottfried Schmitz, Paul Mewißen, Florian Mewißen, Johannes Mewißen, Dominik Reinartz, Lukas Kaiser, Christoph Röttgen, Peter Röttgen, Stefan Lamberti, Frederike Lorber, Luise Lorber, Bettina Lorber, Anna von Gehlen, Johannes von Gehlen, Esther Theven, Timo Dohmen, Eva Jacobs, André Deckers, Raphael Sill, Sven Passek, Marissa Heggen, Heinz Peter Heggen und Thorsten Aymanns. Hinter dem Steuer unseres Begleitfahrzeuges machte sich Marlies Fritsch zu schaffen.
Entgegen aller Voraussagen war das Wetter am ersten Tag wie für uns bestellt. Die Sonne schien, die Temperatur war pilgerfreundlich und der Wind war immer in unserem Rücken. Bereits in Beeck aber begann eine nicht endende Serie von kleinen Pannen. Dank der fachkundigen Hilfe technikbegeisterter Fahrradmechaniker war aber immer alles schnell behoben. An einem Wegkreuz zwischen Erkelenz und Jülich machten wir unsere erste Rast. Marlies öffnete zum ersten Mal ihre Holzkiste, deren Inhalt an Schokoriegeln aller Art nie leer wurde. Weitere Köstlichkeiten kamen später hinzu, doch zunächst mussten unsere Lunchpakete ausreichen. Nach einem Gebet machten wir uns wieder auf den Weg. Eine nächste Rast im Sonnenschein gab es am Hambacher Forst. Auf der Autobahnbrücke hinter Ellen konnten wir Udo Freudl begrüßen, unseren ersten Aachener Mitpilger, der sich gegen den Wind von Aachen bis hierher gekämpft hatte.

Weiter ging es bis Juntersdorf. Hier machten wir in der Sonne liegend Mittagspause am Neffelsbach. Wir stärkten uns vor dem langen Aufstieg in die Eifel, der hier begann. Nun begann das Durchschnittstempo kontinuierlich zu sinken. Eine besondere Herausforderung stellte der Feld- und Waldweg hinter Eiserfey dar, mit dem man zwar die gefährliche Straße umgehen konnte, der sich aber wegen Schlamm und Geröll als völlig ungeeignet für unsere Unternehmung erwies. Oberschenkel und Hintern hatten doch schon bisher einiges geleistet.

Am Jugendkreuz nutzen wir die besinnliche Pause zu einigen erklärenden Worten zur Matthiasbruderschaft und zur Geschichte der Pilgerkreuze. Auch ein kleines Geschenk an die Fußpilger wurde deponiert. Nach einem Erinnerungsfoto ging es weiter. Nun wurde das Gesäß auf der Römerstraße noch einmal auf Schüttelfestigkeit getestet. Über Blankenheim kämpften wir uns die letzen Kilometer bis Ripsdorf hinauf.

Die erste Unterkunft und der höchste Punkt unserer Wallfahrt auf 495,3m waren erreicht. Sehr zur Freude, besonders von Stefan, begrüßten uns drei junge Damen aus Aachen am Tor des Pfarrheimes, Luisa Freudl, Sarah Freudl und Eva Straaten. In der Küche fanden wir Lydia Freudl vor, die schon unter Volldampf für unser Abendessen sorgte. Damit war nun auch die Aachener Truppe komplett.

Schnell waren die Betten verteilt. Zunächst gab es ein hervorragendes Nudelgericht, bevor der Kampf um die einzige Dusche beginnen konnte. Schließlich waren dann doch alle vom Schweiß des Tages befreit.

Am nächsten Morgen zeigte sich der Bäcker des Ortes mit unserem Wunsch nach 150 Brötchen etwas überfordert. Zum Glück war aber inzwischen Sabine eingetroffen, die mit ihrem Wagen nach Jünkerath fahren und dort das fehlende Backwerk besorgen konnte. Jetzt hatte unsere Truppe ihre volle Stärke erreicht.

Nach reichlichem Frühstück und dem Morgengebet ging es zunächst im strömenden Regen bis Jünkerath bergab. Von hier an radelten wir bei immer schöner werdendem Wetter durch das Kylltal. Zunächst ging es nach Gerolstein. Die Länge der Strecke förderte hier die Stärken und Schwächen des Materials zu Tage, so dass uns gelegentliche Pannen doch einige Zeit nahmen.
In Kyllburg machten wir Mittagspause, die mit einem Sturzregen begann. Marlies hatte wie immer für alles gesorgt, diesmal gab es u.a. selbstbelegte Hamburger. Nun stand uns die erste Herausforderung des Tages bevor, denn wir mussten das bequeme Tal verlassen und die Kyllschleife über den Berg nehmen.

In Auw begegneten wir der Anrather Jugendwallfahrt. Erst gegen 19.00 Uhr erreichten wir Kordel. Noch einmal mussten wir das Tal verlassen und 9 km bergauf über Welchbillig den Helenenberg hinauffahren. Einige zogen es nun doch vor, das Rad zu schieben. Bei einem reichlichen Abendessen aus der Ausbildungsküche der Berufsschule, die von der Ordensgemeinschaft der Salesianer geleitet wird, gab uns Pater Steenken einige Informationen zur dortigen Einrichtung der Jugendhilfe mit Internat und Ausbildungsbetrieben. Nach einer letzten Partie Hockey in der Turnhalle, in der wir übernachteten, krochen wir in unsere Schlafsäcke.

Im Anschluss an ein gutes Frühstück, dem Morgengebet und einigen Worten zum Heiligen Matthias ging es nun im strömenden Regen wieder bergab nach Kordel und dann weiter entlang der Kyll und Mosel nach St. Matthias, wo wir vom Pilgerpater unter Glockengeläut begrüßt wurden und zum Matthiasgrab zogen. 26 nasse und stolze Erstpilger erhielten die Pilgermedaille. Leider musste sich Sabine schon jetzt von uns verabschieden.
Nach einer Tasse Kaffe, einer Cola oder einem Bier ging es zur Kaserne. Udo hatte dort die Unterkunft organisiert. Wir wechselten die nassen Kleider und freuten uns über eine warme Dusche. Dann ging es mit dem Bus in die Stadt. Alle hatten Zeit zur freien Verfügung. Je nach Geschmack wurden Mc Donalds, H&M, aber auch Orte der Kultur, die Porta Nigra, der Dom, die Basilika und die Kaiserthermen aufgesucht. Unsere Beine und Hintern fanden Erholung in den Stühlen der Kaffees. Am Abend trafen wir uns wieder an St. Matthias und gingen von dort zur nahen Gaststätte Rhenania, wo die Schnitzel groß und die Fritten reichlich sind.

Noch einmal fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Der Busfahrer war mit dem Verkauf von 20 Fahrkarten so überfordert, dass er nach 8 Karten aufgab und den Rest umsonst fahren ließ. Die meisten von uns trafen sich wieder an der Porta Nigra, wo wir noch Lifemusik im Freien geboten bekamen. Leider gab es immer wieder einige Regentropfen.

Nachdem die Mitte der Nacht bereits überschritten war, hatten auch die letzten Heimkehrer den Nummerncode am Kasernentor überlistet und lagen im Bett.
Am Morgen ging es zunächst mit dem Rad zum Frühstück in eine andere Kaserne am Moselufer. Anschließend fuhren wir nach St. Matthias und nahmen am Pilgerhochamt teil. Einige unserer jüngeren Teilnehmer waren als Messdiener dabei. Auch unsere Gruppe wurde vom Abt namentlich aufgerufen. Nach der Messe konnten wir die Schwalmtaler Bus- und Autopilger begrüßen und alle bekamen eine Erbsensuppe. Jetzt konnten wir die Fahrräder verladen. Richard Gregorius fuhr sie für uns wieder nach Hause.

Nun deckten sich alle noch mit Heiligen Dingen wie Kreuzen, Kerzen und frommen Büchern ein. Tocci zeichnete sich als bester Knüpfer für Medaillenhalsbänder aus. Noch immer war unser Vorrat an Schokolade nicht erschöpft. Die Aachener mussten sich nun verabschieden. Nach vielen Umarmungen ging es für sie schon zum Bahnhof. Es war nicht das letzte Mal, dass wir etwas gemeinsam unternommen haben.
Um 14.00 Uhr machten wir uns zu Fuß auf zur Römerbrücke, um die Fußpilger zu empfangen und sie nach St. Matthias zu begleiten.
Ihr Einzug in St. Matthias war zugleich unser Schlusssegen. Gegen 17.00 Uhr verabschiedeten wir uns von den Fußpilgern und von St. Matthias im Schlusskreis mit dem Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“.

Jetzt ging es zum Bahnhof Trier Süd. Paul fuhr unser Begleitfahrzeug samt Gepäck nach Hause. Marlies, die eigentlich zu Fuß zurückgehen wollte, musste uns wegen einer Sonnenallergie nun doch im Zug begleiten. Weder die Pilgergruppe noch Marlies haben die Zugfahrt jedoch bereut. Selten hatten wir so viel Freude für 6 Euro.

Um 22.06 kamen wir in Mönchengladbach an. Eltern oder Ehepartner standen schon am Bahnsteig, um uns abzuholen. Noch einmal sahen wir uns am Krankenhausparkplatz in Waldniel. Hier war Koffer- und Fahrradausgabe. Alle fuhren müde, aber froh über eine schöne gemeinsame Wallfahrtszeit nach Hause ins Bett.

Für keinen von uns war dies die letzte Wallfahrt nach Trier.

Wir danken allen, die uns geholfen haben, diese Wallfahrt machen zu können. Besonders Marlies, die als Mutter der Truppe unermüdlich für unser leibliches Wohl und unser Gepäck gesorgt hat, Lydia, die für uns am Herd stand, allen Fahrern und Sponsoren, den freundlichen Menschen unterwegs, den Matthiasbruderschaften in Schwalmtal und natürlich dem Heiligen Matthias, der uns so sicher geleitet hat.

Schwalmtal, im Mai 2005

Gez. Thorsten Aymanns

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